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Oswald von Wolkenstein: Die Biografie

Der Lebenslauf des Sänger und Dichters Oswald von Wolkenstein ist für einen Menschen des Spätmittelalters ungewöhnlich detailliert überliefert. So sind neben seinen zahlreichen Liedern auch sein politisches Wirken für den deutschen Kaiser Siegmund I., für den Oswald von Wolkenstein als Diplomat tätig war, bekannt.

Oswald von Wolkensteins Lebensweg in autobiografischen Liedern

Oswald von Wolkenstein erblickt als zweiter Sohn von Friedrich von Wolkenstein und Katharina von Villanders 1377 auf Burg Schöneck im Südtiroler Pustertal das Licht der Welt. Insgesamt hat die Familie sieben Kinder, drei Söhne und vier Töchter. Oswald ist zehn Jahre als, als er die Familie verlässt, um als Knappe einem fahrenden Ritter zu dienen, wie er in dem Lied "Es fügt sich" beschreibt. Für den Sohn eines Edelmanns ist dies im 14. Jahrhundert üblich. Anhand der autobiografischen Lieder lässt sich Oswalds Biografie eindeutig nachzeichnen: Von 1387 bis 1400 reist er mit seinem Herrn, einem Ritter des Deutschen Ordens, durch weite Teile Europa wie Preußen, Litauen, Nordafrika und den Vorderen Orient.
Um 1400 kehrt Oswald nach Hause auf Burg Wolkenstein zurück, sein Vater ist gestorben. Nachdem er aus dem unglücklichen Italienfeldzug von König Ruprecht von der Pfalz heimkehrt, entbrennt ein Erbschaftsstreit mit Oswalds Bruder Michael. Von 1409 bis 1413 ist Oswald für Bischofs von Brixen tätig, zwei Jahre später tritt er in den Dienst von König Siegmund von Luxemburg (1368-1436). Oswald nimmt in Siegmunds Namen an Gesandtschaftsreisen teil, wirkt an der Eroberung der maurischen Stadt Ceuta, Aragon und Frankreich mit. 1417 heiratet Oswald von Wolkenstein Margarete von Schwangau aus dem schwäbischen Hochadel. Ihr widmet er seine Liebeslieder.
Im Herbst 1421 wird Oswald auf Schloss Forst bei Meran von Herzog Friedrich IV. von Österreich gefangengenommen, da er gegen Friedrich opponierte. Zum Ende des Jahre wird er auf Kaution freigelassen. Jedoch erst 1427 unterwirft Oswald von Wolkenstein sich vollends.
Ein Jahr später wird Oswald als Freischöffe in der westfälischen Feme aufgenommen. Die Reichstage in Nürnberg und Ulm sind bis 1434 Oswalds Ziele, außerdem begleitet er König Siegmund zu dessen Krönung nach Italien.
Am 2. August 1445 stirbt Oswald in Meran und wird in der Klosterkirche von Brixen beigesetzt.

Oswalds von Wolkensteins Markenzeichen: das verschlossene rechte Auge

Während seines Italienaufenthalts ließ Oswald von Wolkenstein sein berühmtes Porträt malen, welches sich in seiner zweiten Liederhandschrift befindet. 1973 fand man heraus, dass das verschlossene rechte Auge nicht von einer Kriegsverletzung herrührte, sondern auf eine angeborene Missbildung zurückging. Die rechte Augenhöhle war kleiner als die linke und zerdrückte den Augapfel permanent.

Oswalds von Wolkensteins Vermächtnis

Oswald von Wolkensteins Lieder sind in insgesamt drei Handschriften überliefert. Sie gehören zu den größten Buchschätzen des Mittelalters.
Auch wird Oswald zu Ehren seit 1983 der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt, dass größte Ritterturnier des Alpenraums, in Seis am Schlern, Völs, Castel Presule und Kastelruth statt.

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