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Schneidwaren aus Solingen: Was macht sie so besonders?

Ganz egal, ob es Jagdmesser, Tauchermesser, Küchenmesser, Fischermesser, Taschenmesser oder Sammlermesser sind: Viele Messer kommen aus Solingen. Ob das wohl auch für den Dreizack gilt?

Schneidwarenproduktion allgemein

Schneidwaren - was sind das eigentlich? So könnte man nun fragen. Laut Definition gehören blanke Waffen aller Art genauso dazu wie beispielsweise Rasiermesser, Haarschneidemaschinen, Nagelknipser, Pinzetten, Nagelfeilen, Haut- und Nagelzangen, Traubenscheren, Tortenheber, Gebäckzangen, Zuckerzangen, Bestecke, Messer und Scheren dazu. Ein Zentrum der deutschen Klingenindustrie war lange Zeit in der bergischen Stadt Solingen beheimatet. Sie werden dort in mittelständischen Unternehmen wie den Firmen Martor, Eickhorn (www.eickhorn-solingen.de), Böker (www.boker.de) und Puma (www.pumaknives.de), die hier beispielhaft genannt seien, hergestellt. Der Mangel an Rasierklingen in der Wehrmacht bewegte den damals 20-jährigen Helmut Beermann im Jahre 1940 dazu, ein „Kommissionsgeschäft in Rasierklingen“ als Gewerbe anzumelden. In amerikanischer Kriegsgefangenschaft sah er zum ersten Mal ein „utility knife“, ein Universalmesser mit auswechselbarer Klinge. Diese kleine Episode sei hier am Rande erwähnt. Sie beschreibt die Anfänge der Firma Martor, die oben bereits erwähnt wurde. Die Vorteile Solingens seien an dieser Stelle auch genannt. Erzvorkommen, Wald, Wasser und die Nähe zur Handelsmetropole Köln waren in vergangenen Tagen die hervorstechenden Gründe. Eine ausgeprägte Arbeitsteilung sorgte dann ab dem 16. Jahrhundert dafür, dass immer mehr Produkte in größerer Zahl hergestellt werden konnten. Ein ausgeprägtes Zunftwesen sorgte auch dafür, dass auf Qualität und handwerkliches Können geachtet wurde. Deutschland steht bei der Schneidwarenproduktion heute weltweit an zweiter Stelle, direkt hinter den USA. Rund 60 % der Produktion gehen in den Export.

Der Schneidwerkzeugmechaniker

Die Ursprünge des Schneidwerkzeugmechaniker-Handwerks liegen in der Schwert- und Waffenschmiede. Der Schneidwerkzeugmechaniker ist praktisch eine Fortentwicklung des normalen Schmiedes. In der Zeit vor der Industriellen Revolution waren es nur die Messerschmiede, die (beispielsweise) Messer für den privaten und gewerblichen Bedarf herstellten. Je mehr Einsatzgebiete es für Schneidwerkzeuge gab, desto größer wurden auch die Anforderungen an den Beruf. Der handwerklich orientierte Metallberuf des Messerschmiedes wurde 1939 staatlich anerkannt. Dies hatte auch wirtschaftspolitische Gründe. Solingen war ein wichtiger Standort, wenn es um Messer und andere Schneidwerkzeuge geht. Hier sollte ganz praktisch Qualität gesichert werden. Der Messerschmied wurde im Jahre 1989 durch den neuen Ausbildungsberuf des Schneidwerkzeugmechanikers abgelöst. Er kann in den Schwerpunkten "Schneidwerkzeug- und Schleiftechnik" und "Schneidemaschinen- und Masserschmiedetechink" erlernt werden. Wer sich für diesen Beruf interessiert, sei an BerufeNet (www.berufenet.arbeitsagentur.de), die berufskundliche Datenbak der Bundesagentur für Arbeit, verwiesen. Dort erhält er alle gewünschten Informationen.

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