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Latente Steuern: Was bedeutet das?

Haben Sie auch schon einmal den Begriff Latente Steuern gehört und fragen sich, was das ist? Hier wird es Ihnen erklärt.

Latente Steuern – Zum Vorteil oder Nachteil des Steuerpflichtigen

Jeder Unternehmer und jeder Steuerberater weiß, wie aufwändig und kompliziert das Steuerrecht ist. Von der Steuergesetzgebung über die Steuerverwaltung bis hin zur Steuerrechtsprechung. In diesem Dickicht und Geflecht gibt es auch für die ausgewiesenen Fachleute einfachere und schwierigere Steuerkomplexe. Und einer der ganz schwierigen sind die latenten Steuern. Das beginnt schon bei der Definition dieser Steuerart: Die latente Steuer ist eine verborgene, also nicht sichtbare Steuer, die aus den unterschiedlichen Bewertungsergebnissen von Handelsbilanz und Steuerbilanz errechnet wird. Diese Unterschiede können sich sowohl aus Schulden als auch aus Vermögenswerten ergeben. Das lateinische Hauptwort Latenz heißt zu Deutsch verborgen, versteckt. Die latente Steuer ist also versteckt zwischen den beiden Bilanzierungsarten. Sie ist so versteckt, dass sie fast als fiktiv bezeichnet werden könnte; wenn sie denn nicht als harte Zahl in der Bilanz erscheinen würde.

Steuerbilanz vs. Handelsbilanz

Die Bilanz nach IFRS ist in vielen Ländern ein Muss für große und vor allem börsenorientierte Unternehmen. IFRS steht für international Financial Reporting Standards und soll weltweit die Bilanzen der Unternehmen vergleichbar machen. Zuständig dafür ist das International Accounting Standards Board, kurz ASB. Auf Deutschland bezogen gibt es seit jeher gravierende Unterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz. Das gilt vor allem für die bilanzielle Bewertung von Schulden. Das Handelsgesetzbuch verfolgt mit der Schuldenbewertung ganz andere Ziele als die Steuerverwaltung, und das gilt dann in der Folge auch für die Gewinnermittlung. Ein Handelsgewinn ist sowohl inhaltlich als auch zahlenmäßig anders zu sehen und zu bewerten als ein Gewinn vor oder nach Steuern. Bei den latenten Steuern geht es bilanziell sowohl um deren Ermittlung als auch um ihre Abgrenzung. Unterschieden wird in aktive sowie in passive latente Steuern. In beiden Fällen handelt es sich um eine reine Berechnung. Denn in der Bilanz nach IFRS müssen sowohl aktive als auch passive latente Steuern bilanziert werden. Mit dem Ergebnis, dass es sich gegenüber dem Betriebsfinanzamt letztendlich um eine Forderung oder um eine Verbindlichkeit aus latenter Steuer handelt.

Latente Steuern – Schiebemasse für die ganz Großen

Wie dem auch sei, latente Steuern sind für die Unternehmen solange mehr Zahlenwerk, denn harte Währung, wie in der Bilanz zwischen Aktive und Passiva gerechnet und geschoben werden kann. Im Endeffekt ist hier vieles, nahezu alles eine Frage der Bewertung, bis hin bis zu Rechtsmitteln und Gerichtsverfahren.

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