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Fettabsaugung - Warum man sie sich lieber zweimal überlegen sollte

Prinzipiell kann Fettgewebe überall dort abgesaugt werden, wo es unter der Haut - subkutan - gelegen ist. Dabei ist die Liposuktion kein reines „Entfettungsverfahren“, vielmehr geht es um die Harmonisierung der Körperkontur i.S. eines „Bodyformings“, weshalb der ideale Patient für eine Liposuktion normalgewichtig ist und sich lediglich von diätresistenten Fettpolstern trennen möchte.

Technik der Liposuktion

Die heutzutage am häufigsten angewandte Technik ist die Tumeszenzanästhesie, bei der bis zu mehrere Liter eines Gemischs aus sterilem Wasser, einem örtlichen Betäubungsmittel und auch ein wenig Cortison unter die Haut gespritzt wird. Diese Technik hat zwei Wirkungen: eine bis zu 18 Stunden anhaltende Betäubung und ein Vollsaugen der Fettzellen, die sich dann besser aus dem Bindegewebe lösen lassen. Durch das Vollsaugen der Zellen geht das Fettgewebe in eine Emulsion über, die dann mit Spezialkanülen unter leichtem Sog abgesaugt werden können. Nach der Aktion muss für rund 6 Wochen ein Kompressionsmieder getragen werden.

Risiken der Liposuktion

In Deutschland werden mit steigender Tendenz jährlich rund 200.000 Liposuktionen durchgeführt. Die Methode gilt als einfach erlernbar, sicher, wenig belastend und damit für den ambulanten Bereich als prädestiniert. Dennoch können Komplikationen auftreten: ausgedehnte Hämatombildungen durch eine ungenügende Kompressionsbehandlung, Wundinfektionen, Dellenbildungen durch eine ungleichmäßige, zu oberflächliche Absaugung, Taubheitsgefühle der Haut, versehentliche Perforation der Bauchdecke, so dass die Absaugkanülen in der Bauchhöhle landen und Organe verletzen können mit der Folge schwerer Blutungen und Bauchfellentzündung und Fettembolien. Auch Todesfälle kommen vor, statistisch gesehen 1 Todesfall auf 5.000 Liposuktionen. Lukrativer Zuverdienst Zur Durchführung bieten sich nicht nur Vollprofis wie plastische Chirurgen an, sondern aufgrund der lukrativen Verdienstmöglichkeiten auch Dermatologen, HNO-Ärzte, ja sogar Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen. Die Wahl des Operateurs sollte daher gut überlegt werden, denn es häufen sich die Komplikationen, die durch eine seriöse und professionelle Durchführung der Liposuktion hätten vermieden werden können: mangelhafte Beherrschung der Technik, falsche Patientenauswahl (nicht jeder Patient ist für eine Liposuktion geeignet), mangelhafte Hygienemaßnahmen, Absaugen zu großer Fettmengen nach dem Motto "schnell weg mit dem Fett", was eine Verwendung zu großer Mengen an Tumeszenzlösung entspricht und somit einer Überdosierung der dazu verwendeten Präparate, mangelhafte postoperative Überwachung und letztlich auch die Unfähigkeit, die aufgetretenen Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, wozu sog. Schönheitskliniken in der Regel nicht ausgestattet sind.

Nicht unbedingt dauerhafter Erfolg

Die Liposuction muss nicht unbedingt zu einem dauerhaften Erfolg führen. Untersuchungen deuten daraufhin, dass der Körper bestrebt ist, die Ausgangsmenge des Gesamtkörperfetts wiederherzustellen und innerhalb weniger Monate neues Fettgewebe in Depots abzulagern. Das bedeutet, dass bereits bei leichtem Übergewicht eine Liposuktion nicht zur Reduzierung der Gesamtfettmenge geeignet ist, da es zur Ausbildung neuer Fettdepots kommen kann. Häufig vermehrt sich das Fett in der Bauchhöhle, man spricht von einem viszeralen Fettdepot, das das Risiko an Diabetes, Bluthochdruck und Herzproblemen zu erkranken, drastisch erhöht.

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