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Abel Ferrara: Biografie

Abel Ferrara ist ein amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur. Seine mit niedrigem Budget gedrehten Filme machten ihn zu einem der einflussreichsten Regisseure des amerikanischen Independent-Kinos.

Jugend und Einflüsse

Abel Ferrara wurde als Sohn italienischer und irischer Einwanderer in New York geboren. Seine strenge katholische Erziehung und die harte Jugend in der Bronx sollten seine späteren Filme stark beeinflussen. Bereits in seiner Kindheit drehte Ferrara erste Amateurfilme auf einer gebrauchten Super-8-Kamera. In den späten siebziger Jahren befand sich die Welle amerikanischer Grindhouse- und Exploitationfilme auf ihrem Höhepunkt. Als Abel Ferrara den extrem billig produzierten Film "Driller Killer Der Bohrmaschinen Killer" drehte, konnte er von diesem Trend profitieren und wurde über Nacht zum Kultregisseur. Auch seine nächsten Filme beschäftigten sich vor allem mit Sex und Gewalt, so war "Ms. 45" ein Beitrag zum damals sehr populären "rape and revenge"-Genre, in dem eine junge Frau vergewaltigt wird und sich dann brutal an ihren Peinigern rächt. Nach eigenen Aussagen veranlassten seine Geldnöte Ferrara sogar dazu, einen Pornofilm zu drehen, in dem seine damalige Freundin die Hauptrolle spielt. Abel Ferrara drehte mehrere billige Horrorfilme, die als Videopremieren veröffentlicht wurden, konnte aber bald mit zwei Folgen der Kultserie "Miami Vice" größere Honorare einstreichen.

Der Durchbruch mit Bad Lieutenant

Im Unterschied zu den meisten Grindhouse-Regisseuren schaffte Abel Ferrara mit "Bad Lieutenant" den Durchbruch und wurde spätestens mit diesem Film auch von Kritikern und einem größeren Publikum anerkannt. Im Film spielt Harvey Keitel einen gewalttätigen, drogensüchtigen und korrupten Polizisten. "Bad Lieutenant" ist vor allem für seine schonungslose Darstellung der amerikanischen Gesellschaft und die schauspielerische Leistung seines Hauptdarstellers bekannt. Am Ende des Films sucht der Protagonist Erlösung in einer katholischen Kirche, ein Kommentar Ferraras über die damalige erzkonservative und religiöse amerikanische Weltanschauung.

Späte Karriere

Nach " Bad Lieutenant" und dem damit einher gehenden Erfolg bei Kritikern und Publikum drehte Ferrara erstmals Filme im amerikanischen Studiosystem und konnte hierfür auf größere Budgets zugreifen. So drehte er unter anderem ein weiteres Remake des Horrorklassikers "Die Körperfresser" sowie "Dangerous Game", in dem neben Harvey Keitel der Popstar Madonna eine Hauptrolle spielte. Diese Filme waren kommerziell jedoch nicht sehr erfolgreich und so kehrte Ferrara Hollywood den Rücken und drehte wieder Independentfilme, von denen vor allem "The Funeral" mit Christopher Walken viel Anerkennung erfuhr. 2008 machte Ferrara Schlagzeilen, als er den deutschen Regisseur Werner Herzog sowie den Schauspieler Nicholas Cage öffentlich wüst beschimpfte, da diese einen Film mit dem Titel "Bad Lieutenant" drehten und Ferrara sich gegen die Idee eines Remakes wehrte. Es stellte sich jedoch heraus, dass der neue "Bad Lieutenant" abgesehen vom Titel nur wenig mit der Geschichte des Originals zu tun hatte.

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